Raumfahrtmedizin


Raumfahrtmedizin
Raum|fahrt|me|di|zin, die:
Teilgebiet der Medizin, das sich mit den medizinischen Aspekten der Raumfahrt befasst.

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Raumfahrtmedizin,
 
Teilgebiet der Medizin, das sich mit den körperlichen Anforderungen und Auswirkungen des Raumfluges befasst; zusammen mit der Luftfahrtmedizin im englischen Sprachraum als Aerospace Medicine bezeichnet. Weitere Aufgaben sind die medizinische Grundlagenforschung mit Einbeziehung von Experimenten unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit. Wichtige Aspekte sind die Auswirkungen der Beschleunigung und Schwerelosigkeit auf die Organsysteme, die Strahlenbelastung, die Erhaltung der Lebens- und Leistungsfähigkeit der Astronauten unter Weltraumbedingungen und die Gestaltung der hierfür notwendigen Geräte, einschließlich der Ausrüstung für die erste Hilfe. Außerdem sind Auswirkungen der Änderung von Druck und Atmosphäre während »Weltraumspaziergängen« sowie medizinische und psychologische Probleme des Langzeitaufenthaltes in geschlossenen Lebenserhaltungssystemen wichtige Arbeitsgebiete.
 
Zu den Hauptauswirkungen der Raumfahrt auf den Organismus gehört die »Raumkrankheit«, ein Symptomenkomplex, der bei den meisten Astronauten nach einer Anpassungsphase von etwa 3 Tagen auftritt und in Schwindel, Übelkeit und Appetitlosigkeit, auch Erbrechen besteht und an dem das Gleichgewichtsorgan beteiligt ist. In den ersten Tagen der Schwerelosigkeit erfolgt auch eine Längenzunahme der Astronauten (etwa 4-6 cm) aufgrund einer Minderbelastung von Bandscheiben, die häufig zu Rückenschmerzen führt. Aufgrund fehlender Schwerkraft ändern sich auch Kreislaufreflexe, sodass nach Landung erhöhte Kollapsgefahr bei Astronauten besteht. Längerer Aufenthalt in Schwerelosigkeit kann zu einer rückbildungsfähigen Verminderung des Blutvolumens und der Zahl der roten Blutkörperchen führen. Die verminderte Beanspruchung von Knochen und Haltemuskulatur führt zu Muskel- und Knochenschwund, denen zum Teil durch aktives Training entgegengewirkt werden kann. Nach Rückkehr zur Erde ist eine von der Dauer des Raumaufenthalts abhängige Wiederanpassung von einigen Tagen bis Wochen erforderlich.
 
Größere europäische raumfahrtmedizinische Institutionen: Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin der DLR (Köln) und Institut für Biomedizin. Probleme (Moskau).

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Raum|fahrt|me|di|zin, die: Teilgebiet der Medizin, das sich mit den medizinischen Aspekten der Raumfahrt befasst.

Universal-Lexikon. 2012.

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